Über eine guten Kriminalroman

 

Die Krimis, die ich selbst am liebsten lese, sind solche, deren spannende Handlung ein relevantes gesellschaftliches Phänomen aufnimmt und beleuchtet. Das versuche auch ich in meinen Büchern. Dabei zeichne ich meine Figuren mit psychologischem Tiefgang, um deren Handeln nachvollziehbar zu machen, eventuell gewürzt mit einer Prise Humor.

Ein Krimi, auch wenn er in einer konkreten Stadt oder Region spielt, darf die Realität der Gesellschaft nicht ausblenden, sondern, im Gegenteil, er muss sie beleuchten. In dieser Hinsicht sind meine Bücher keine Regionalkrimis im klassischen Sinn, die sich für das Tourismus-Marketing eigneten. Sie zeichnen keine heile Welt, die es nirgendwo gibt und die deshalb auch nicht in einem Buch vorgegaukelt werden sollte.

Unsere Gesellschaft bringt immer wieder zerstörte Menschen hervor, die sich schließlich nicht anders zu helfen wissen, als auf ihre soziopathische Art zu rebellieren. In meinem Berufsleben als Pfarrer und Religionslehrer sind mir durchaus Menschen begegnet, die in dieser Hinsicht aus dem Ruder zu laufen drohten und denen die Gesellschaft kaum in der Lage war, die nötigen Hilfen zukommen zu lassen. Der Krimi ist der Versuch, dies in eine spannende und womöglich auch anspruchsvolle literarische Form zu bringen.

Rolf Düfelmeyer März 2015


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